Wer wird Millionär? Mittelalterrezeption in Quizfragen

Christian Schwaderer und Ulrike Wuttke

Cite as: Christian Schwaderer & Ulrike Wuttke, Wer wird Millionär? Mittelalterrezeption in Quizfragen, Blogpost, 03.09.2019, CC-BY 4.0. Link: https://ulrikewuttke.wordpress.com/2019/09/03/wer-wird-millionar

“Wer wird Millionär?” befindet sich fest in mediävistischer Hand. So souverän wie der Mittelalterhistoriker Eckhard Freise, der am 2. Dezember 2000 zum allerersten Mal die Millionenfrage knacken konnte, gewann selten ein Kandidat in der populären Quizshow, die vom großartigen Günther Jauch, seiner schlagfertigen Interaktion mit den Kandidat*innen und natürlich den immer wieder aufs Neue unterhaltsamen Fragen (und Antworten!) des WWM-Redaktionsteams lebt (mehr zur Sendung auf Wikipedia).

Heute wird “Wer wird Millionär” 20 Jahre alt. Höchste Zeit also, für eine kleine Jubiläums-Plauderei eine kleine, aber fein und lange gepflegte Sammlung von WWM-Mittelalter-Fragen aus den Jahren 2010 bis 2015 auszugraben und endlich eine längst überfällige Frage zu beantworten: Wie wird das Mittelalter bei “Wer wird Millionär” dargestellt?

Abbildung adaptiert von Christian Schwaderer auf Basis von “Miniature of Gawain in a green robe seated before master Blaise, who is holding a knife and quill, writing down his adventures as he is telling them”. Photo courtesy British Library (BLMedieval Additional 10292 f. 137) Image source British Library.

Das “finstere Mittelalter”

Das Mittelalter hat einen schlechten Ruf. Seit dem es die Humanisten in der Renaissance schlecht gemacht haben, um selbst besser dazustehen, steht fest: Das Mittelalter war eine dunkle Zeit. Man glaubte, dass die Erde eine Scheibe sei, schlug ständig aufeinander ein und war ziemlich ungebildet. 

Das Klischee des finsteren Mittelalters hat sich seitdem in den Köpfen der Menschen festgesetzt und wird noch heute immer wieder gerne bedient. WWM macht hier keine Ausnahme. (Siehe hier für eine “Gegendarstellung”.)

Beginnen wir mit einer Frage, die das “finstere Mittelalter” selbst anspricht:

Screenshot: WWM-Frage vom 26.09.2011 für 500 EU: Womit musste ein Übeltäter im finsteren Mittelalter unter Umständen rechnen? A: einsaddieren, B: zweiabziehen, C: dreimalnehmen, D: vierteilen.

Eine ähnliche schöne Mischung aus Wortspiel und Gewalt stellt diese Frage dar:

Screenshot: WWM-Frage vom 20.02.2012 für 300 EU: Womit schlugen rauflustige Gesellen im Mittelalter aufeinander ein? A: Hannawald, B: Ammann, C: Morgenstern, D: Schlierenzauer

Zu bemerken ist in diesem Zusammenhang, wie hier versucht wird, altertümlich oder gar vermeintlich mittelalterlich zu formulieren: “Übeltäter” und “rauflustige Gesellen”.

Nur ein klein wenig differenzierter gibt sich diese Frage:

Screenshot: WWM-Frage vom 23.04.2010 für 2 000 EU: Wer war im späten Mittelalter ziemlich berüchtigt? A: Valbanienväter, B: Vungarnschwäger, C: Vösterreichonkels, D: Vitalienbrüder

Wenn außerhalb der Wissenschaft “Das Mittelalter” nur nebenbei erwähnt wird, wird sehr selten zwischen dessen früheren und späteren Abschnitten unterschieden. Dagegen wird hier mit der Präzisierung vom “späten” Mittelalter nicht nur der Tatsache Rechnung getragen, dass die gesuchte Räuberbande nicht über 1000 Jahre aktiv war, sondern vielleicht gar bedacht, dass in anderen mittelalterlichen Phasen die Bedingungen ganz andere waren.

Die letzte Frage unser Kategorie “finsteres Mittelalter” bringt zusätzlich ein skandalöses Element mit ein:

Screenshot: WWM-Frage vom 18.11.2010 für 8 000 EU: Der Vater des im sechsten Jahrhundert lebenden Papstes Silverius …? A: baute den Kölner Dom, B: kannte Jesus persönlich, C: war selbst einmal Papst, D: hieß Karl-Heinz

“Ein Papst, der einen Sohn hat! Unerhört! So etwas kann es nur im düstersten Mittelalter gegeben haben!”, mag der Zuschauer denken.

Es ist nicht in allen Fällen eindeutig, ob die WWM-Redaktion das Klischee vom “finsteren Mittelalter” unabsichtlich reproduziert oder willentlich mit ihm spielt. Wenn es schon direkt in der Frage heißt “im finsteren Mittelalter”, es um brutale Hinrichtungen geht und auf die angeblich allgegenwärtigen Gewaltbereitschaft, ist jedoch ersteres zu unterstellen. Zumal in unserer kleinen Sammlung nirgendwo ein echtes Gegenbeispiel zu finden ist: Nirgendwo findet sich eine Frage-Antwort-Paarung, die mit der populären negativen Erwartungshaltung zum Mittelalter bewusst bricht.

Tatsächlich jedoch ist der Vorgang weniger skandalös, als es zunächst den Anschein haben mag. Gerade in der frühen Zeit der Kirche waren spätere Bekehrungen zu einem kirchlichen Amt nicht unüblich. Zudem scheint Silverius’ Vater Homisdas ein relativ unbescholtener Inhaber des Heiligen Stuhls gewesen zu sein, der noch dazu recht lange im Amt war, ganz im Gegensatz zu seinem Sohn.

Steckenpferde

Unsere geneigte Leserschaft wird sicherlich verzeihen, dass bei folgender Frage die gegebene Antwort bereits markiert und so der Mitratespaß etwas getrübt ist:

Screenshot: WWM-Frage vom 12.04.2010 für 300 EU: Als Heinrich der Vierte den berühmten Gang nach Canossa antrat, war sein Gegenspieler Papst …? A: Paul der Reinigte, B: Clemens der Klärte, C: Leo der Filterte, D: Gregor der Siebte

Entscheidend sind hier jedoch nicht so sehr die Antwortoptionen (auch wenn wir die Kreativleistung der Fragenredaktion keinesfalls in Abrede stellen wollen), sondern der Inhalt der Frage: der Gang nach Canossa.

Nach jenem berühmten Treffen von Papst und König wurde auch ganz klassisch gefragt. Hierzu gibt es in der “Sammlung Schwaderer” leider keinen Screenshot, daher sei eine Frage, die ca. 16 000 Euro wert war, aus dem Kopf zitiert:

Der Gang nach Canossa war eine direkte Folge des…

  1. Trojanischen Kriegs
  2. Investiturstreits
  3. Wiener Kongresses
  4. Boxeraufstands

Es nicht der richtige Ort, die Frage fachwissenschaftlich zu erörtern. (Es sei daher dahingestellt, ob man der Redaktion hier vorwerfen kann, Rudolf Schieffers berühmte Habilitationsschrift nicht rezipiert zu haben, wonach der “Investiturstreit” erst nach dem Gang nach Canossa seine volle Wucht auf de Bühne des Weltgeschehens entfaltete.)

Entscheidend ist vielmehr, dass – selbst in einer so kleinen Stichprobe – das Reizwort “Canossa” so oft auftaucht – etwa als falsche Antwortmöglichkeit abseits von Mittelalterfragen. Dazu diese zwei Beispiele:

Screenshot: WWM-Frage vom 22.10.2012 für 500 EU: Wer sich vor Gericht durch alle Instanzen klagen will, droht: “Ich gehe …!”? A: über die Wupper, B: nach Canossa, C: auf dem Jakobsweg, D: bis nach Karlsruhe

Nun hat man generell den Eindruck, dass bei WWM gewisse Themen immer wieder auftauchen. Man könnte fast meinen, dass die Mitglieder der Redaktion ihre Steckenpferde haben, die sie immer wieder reiten. 

Und doch scheint etwas mehr dahinter zu stecken.

Offensichtlich sehen die Fragesteller*innen “Canossa” als ein Schlagwort, das Assoziationen weckt. Die Redaktion scheint davon auszugehen, dass potenziellen Kandidat*innen vom “Gang nach Canossa” schon einmal gehört haben, diesen aber nicht unbedingt genau zuordnen können. Vielleicht verspüren die Damen und Herren gar diebische Freude beim Versuch, die Kandidat*innen mit dem sperrig-vagen Canossa-Reizwort aufs Glatteis zu führen. Das jedenfalls erscheint wahrscheinlicher als eine “Canossa-Obsession”, wie man sie vielleicht einem Bismarck (“nach Canossa gehen wir nicht”) unterstellen darf.

Etwas weniger deutlicher, aber doch einer Erwähnung wert ist die Sache mit den Karolingern, genauer genau sagt: einem bestimmten Karolinger. Tief aus der Wortspielkiste hat sich diese Frage ans Tageslicht geschlichen:

Screenshot: WWM-Frage vom 02.02.2015 für 100 EU: Wenn Karl der Große lustige Geschichten zum Besten gab, dann erzählte der …? A: Brech Bohnen, B: Mohr Rüben, C: Kicher Erbsen, D: Kaiser Schoten

Man wüsste zu gerne, warum die Wahl gerade auf Karl den Großen fiel. Der Frage als solche hätte jeder Träger des Titels (nicht nur im Mittelalter) genüge getan. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass die Redaktion bewusst einen Herrscher ausgewählt hat, von dem es heißt, dass er sich – modern gesprochen – selbst gerne reden hörte. Möglicherweise hatten die Redakteur*innen folgende Worte Einhards über Karl den Großen im Ohr: “Dabei war er so redegewandt, dass er fast geschwätzig erschien” (Vita Karoli, cap. 25).

Eine weitere Karl-Frage aus unserem Bestand weist jedoch eher in die Richtung “Steckenpferd”:

Screenshot: WWM-Frage vom 23.05.2013 für 32 000 EU: Wessen Vater war Pippin der Kleine? A: Karl der Große, B: August der Starke, C: Philipp der Schöne, D: Heinrich der Löwe

Natürlich ist der Beiname “der Kleine” ein gewisses Kuriosum und Pippin kennt man aus der Herr der Ringe, aber der Verdacht liegt nahe, dass hier jemand ausgehend von Karl dem Großen nach passenden Fragen gesucht hat.

Überspitzt gesagt: Wenn nach einem mittelalterlichen Herrscher gefragt wird, dann nach Karl dem Großen.

Zwischen Funfact und klassischem Bildungsgut

Eine weitere Kategorie bilden Fragen, in deren Mittelpunkt mehr oder weniger bekannte geschichtliche Ereignisse und Personen stehen. Auch hier stehen Themen, die etwas mit dem heutigen Deutschland zu tun haben, hoch im Kurs, aber auch “internationalere” Wissensstrukturen kommen vor. 

Die Fragen dieser Kategorie sind weniger von Klamauk geprägt und setzen oftmals eine fundierte Allgemeinbildung voraus. Hier freut sich der versierte Zuschauer meist diebisch, wenn er die richtige Antwort weiß (hé!) bzw. es kommt zu einem kathartischen Aha-Effekt. 

Einige dieser Fragen zählen mehr zur Kategorie “Dinge, die man nicht unbedingt wissen muss, aber auf einer Party gut ankommen, um Eindruck zu machen”. So würden wir vermuten, dass Behaim, der Erfinder des Erdglobus, den Meisten nur aus dem allgegenwärtigen Straßennamen bekannt ist (z. B. Behaimstraße in Berlin-Charlottenburg oder Berlin-Weißensee), ohne dass sie sich seiner bahnbrechenden Erfindung bewusst sind.

Screenshot: WWM-Frage vom 17.11.2011 für 1 000 000 EU: Dem Nürnberger Martin Behaim verdanken wir den ältesten erhaltenen …? A: Zirkel, B: Rechenschieber, C: Erdglobus, D: Magnetkompass

Die folgende Frage funktioniert nach dem Schema “berühmte erste Sätze (Buchanfänge)”, ein nicht nur bei Mediävisten beliebtes Thema (hier eine englischsprachige Sammlung).

Screenshot: WWM-Frage vom 11.10.2013 für 16 000 EU: Was beginnt mit “Uns ist in alten maeren wunders vil geseit, von helden lobebaeren, von grôzer arebeit”? A: Der Struwwelpeter, B: Der Mond ist aufgegangen, C: Der Herr der Ringe, D: Nibelungenlied

Gut möglich, dass wir es hier statt mit Mittelalterrezeption mit Mittelalterforscherrezeption zu tun haben. Schließlich ist nicht abzustreiten, dass sich wohl jeder an einen bestimmten Typus Wissenschaftler*in erinnern kann, der oder die sich (ungefragt) ständig mit dem Wissen um erste Sätze brüstet (für Anglisten sicherlich klassisch “Hwæt! Wé Gárdena in géardagum odcyninga þrym gefrúnon”, Anfang des Beowulf). Da diese sogenannten Inzipits besonders im Mittelalter das wichtige Unterscheidungsmerkmal von Texten waren (Titelblätter waren noch nicht erfunden), sei diese kleine Marotte vergeben. Wer im Zeitalter der Titelbilder geboren ist und daher den Anfang des Nibelungenliedes nicht auswendig kennt, müsste sich in diesem Fall erschließen, dass es sich um eine alte Form des Deutschen handelt, und die anderen Texte nach dem Ausschlussverfahren eliminieren.

Relativ fundiertes historisches Wissen setzt diese folgende Frage voraus, dessen Grundthema wohl “Starke Frauen” sind.

Screenshot: WWM-Frage vom 13.01.2012 für 32 000 EU Wessen 600. Geburtstag wurde am 6. Januar gefeiert? A: Jeanne d’Arc, B: Nofretete, C: Lucrezia Borgia, D: Maria Theresia

Nofrete und Maria Theresia scheiden relativ schnell aus, die anderen beiden Protagonistinnen, Jeanne d’Arc und Lucrezia Borgia, liegen jedoch historisch sehr dicht beieinander. Wir wollen jetzt nicht kritisieren, dass die richtige Antwort weniger eindeutig ist, als sie erscheinen mag, da zwar das Geburtsjahr relativ gut belegbar ist, aber der genaue Tag wohl für immer in den Nebeln der Geschichte verbleiben wird, wie übrigens bei vielen mittelalterlichen Persönlichkeiten, da nur in den wenigsten Fällen genau “Buch geführt” wurde (übrigens in vielen Gegenden noch lange bis in die Gegenwart hinein). Aber recherchieren Sie einmal selbst!

Nicht weniger knifflig ist auch die folgende Frage:

Screenshot: WWM-Frage vom 27.04.2012 für 64 000 EU: Welche Insel wurde wahrscheinlich erst vor knapp 750 Jahren von Menschen besiedelt? A: Island, B: Jamaika, C: Kreta, D: Neuseeland

Relativ überraschend ist die Antwort und wir wollen an dieser Stelle nur soviel verraten, dass die Protagonisten dieser Besiedlung lange Zeit nicht gebührend geschätzt wurden.

Schlussendlich kann nach klassischem Bildungsgut auch in (durchaus gelungenen) Wortspielen gefragt werden:

Screenshot: WWM-Frage vom 17.01.2011 für 500 EU: Welche historisch bedeutende Persönlichkeit starb 1468 in Mainz? A: Westawelle, B: Tritthin, C: Wullf, D: Gutenberg

Das Aufgreifen von Namen deutscher Politiker aus dem frühen 21. Jahrhundert, mithin die Verbindung zum Heute, ist hier rein spielerischer Natur. Das ist in unserer letzten Kategorie ein wenig anders.

Das Früher und das Heute

Nicht weit vom Funfact, aber um eine entscheidende Nuance reicher präsentiert sich diese Frage:

Screenshot: WWM-Frage vom 09.05.2011 für 32 000 EU: Der im 6. Jh. wirkende Mönch Dionysius Exiguus hat maßgeblichen Anteil daran, dass wir heute …? A: in Deutschland leben, B: im Jahr 2011 leben, C: in einer Demokratie leben, D: in Saus und Braus leben

Gefragt wird hier nach der Lebensleistung eines weithin unbekannten Menschen und die Antwortoptionen sind ein buntes Allerlei – doch ihnen ist eines gemeinsam: Sie beziehen sich alle auf aktuelle Zustände. Das entscheidende Wörtchen in der Frage lautet “heute”. Geschichte gibt es nur in der Gegenwart – das gilt auch für Geschichtsfragen in der Quizshow.

Neben Fragen zu solchen Einzelphänomenen erfreuen sich Völker und Regionen großer Beliebtheit, wenn es um die Erklärung des Heute durch die Geschichte geht. Gerne zielen Fragen hier auf (echte oder falsche) Etymologien ab. Ein schönes Beispiel stellt diese – durchaus lösbare – Frage für 4000 Euro dar:

Screenshot: WWM-Frage vom 24.02.2011 für 4 000 EU: Welche Region verdankt ihren Namen der Besiedlung durch die Wikinger vor über 1.000 Jahren? A: Normandie, B: Transsilvanien, C: Toskana, D: Andalusien

Von “Wikingern” zu “Normannen” zur “Normandie”. Die Show verlangt hier ein wenig Gedankenleistung, zeigt aber vor allem auf, dass Namen von Regionen nicht zufällig mit einem Passwortgenerator zusammengewürfelte Buchstabenfolgen sind (obwohl sie einem manchmal so erscheinen), sondern dann und wann durchaus einen Sinn haben – und sich dieser Sinn erschließen lässt, wenn man über ein wenig historisches Verständnis verfügt. Ob man den Quizmacher*innen an dieser Stelle nun pädagogischen Impetus (oder gar das geflissentliche Befolgen eines medialen Bildungsauftrags) unterstellen sollte, wollen wir wieder einmal dahingestellt sein lassen.

Für 125 000 Euro muss sich die Kandidatin hingegen auf weitaus schwierigeres Transferleistungsterrain begeben – als Ausgleich für die zu erwartenden geistigen Mühen bekommt sie die Antwortmöglichkeiten jedoch als allseits beliebtes Wortspiel präsentiert:

Screenshot: WWM-Frage vom 16.11.2012 für 125 000 EU: Wobei handelt es sich um einen germanischen Volksstamm, der im heutigen Hessen lebte? A: Simsen, B: Mailen, C: Chatten, D: Posten

Es wäre sicherlich überinterpretiert, wenn man nun behaupten würde, hier ein besonders gelungenes Beispiel für die Tatsache vor sich zu haben, dass sich moderne Technik und Geschichte nicht ausschließen, sozusagen eine Synthese von Social-Media des 21. Jahrhunderts und europäischer Frühgeschichte.

Kehren wir zurück zu den Etymologien. Es folgt ein Beispiel für eine zumindest fragwürdige Herleitung:

Screenshot: WWM-Frage vom 15.10.2012 für 64 000 EU: Zentrum des Reichs, das der Hunnenkönig Attila im 5. Jh. errichtete, war das heutige …? A: Thüringen, B: Anatolien, C: Lappland, D: Ungarn

Für unseren Punkt ist die Frage, ob Ungarn und Hunnen nun tatsächlich sprachlich zusammenhängen oder nicht, gar nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass die Quizmacher*innen auf solch eine Herleitung abzielen: Das heutige Ungarn heißt Ungarn, weil im 5. Jahrhundert dort die Hunnen herrschten.

Solch eine Erklärung der Gegenwart mit der Geschichte muss in Quizfragen jedoch nicht immer platt sein. Sie kann durchaus auch indirekt funktionieren, wie wir sehr schön an dieser Frage sehen:

Screenshot: WWM-Frage vom 28.10.2011 für 64 000 EU: Wer lebte vor rund 1.000 Jahren zwischen Elbe und Weser? A: Nordpreußen, B: Ostfalen, C: Südgoten, D: Westbajuwaren

Hier ist die Transferleistung weniger bei der Kandidatin als viel mehr beim Zuschauer gefragt. Er muss sich die Relevanz der Frage für sein Weltverständnis indirekt erschließen: Das “West” in “Westfalen” wird klarer, wenn man weiß, dass es dereinst auch “Ostfalen” gab.

In gewisser Weise rechtfertigt sich die Quiz-Frage selbst. Unterhaltung braucht Relevanz, eine gute Frage zeichnet sich nicht zuletzt durch ihre Anschlussfähigkeit an die Erfahrungswelt der Zuschauer*innen aus. Oder anders gesagt: Man will beim Betrachter ein wütend-schnaubendes “Das weiß doch keiner!” vermeiden und stattdessen ein wohlwollendes “Ach, daher kommt das!” evozieren.

Fazit

Wenig überrascht, was sich in unserem kleinen Sample nicht findet: Kontroversen, Zweifelsfälle, Trends und Theorien der Forschung interessieren nicht. Gefragt wird nach (vermeintlich) harten Fakten.

Fassen wir das, was die Mittelalter-Frage bei “Wer wird Millionär” prägt, überspitzt zusammen, kann man sagen: Der Zuschauer darf weiter an das “finstere Mittelalter” glauben, soll aber gleichzeitig erkennen, dass ihm ein bisschen Mittelalterwissen für Partygespräche und Weltverständnis nützlich sein kann.

Und was würde das Mittelalter dazu sagen? Ungefragt zum Quizfragen-Objekt geworden zu sein dürfte der Epoche womöglich genauso wenig gefallen wie zum Quizfragen-Objekt-Analyse-Blogpost-Gegenstand aufgestiegen zu sein. Zumal wir nicht einmal wissen, ob Quizze auch schon im Mittelalter populär waren. Populär waren jedoch auf jeden Fall Frage-und Antwortbüchlein. (Einen kleinen Einblick in die mittelniederländische Version eines der populärsten Vertreter, nämlich des Livre de Sydrac,  bietet diese archivierte Webseite.) In diesen Texten ging es darum, dass einem Unwissenden von einer Autorität im Frage-Antwort-Wechsel die Welt erklärt wird – und das ist gar nicht weit weg von “Wer wird Millionär” und Günther Jauch.

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#Open Hacks for Conference Presentations and Panels (not only) for Digital Humanists

Cite as: Ulrike Wuttke, #Open Hacks for Conference Presentations and Panels (not only) for Digital Humanists, Blogpost, 01.08.2019, CC-BY 4.0. Link: https://ulrikewuttke.wordpress.com/?p=1696, last edited 02.08.2019 (I added some extra advice I received via Twitter, thanks!).

Last months I attended DHd 2019 in Mainz and Frankfurt am Main and DH2019 in Utrecht (Netherlands). These were great conferences: great people, many interesting presentations and discussions, great folks. However, they also inspired me this blogpost, that sums up some hacks on conference presentations and chairing panels, how to prepare, give, and spread them online. These are hacks that work for me and that I hope will be usefull for others.

The following hacks are in a way ‘collected wisdom’. They are tricks and hints that I have read somewhere or were being given and that I internalised. Where I remembered sources, I have quoted them. I also included some great general resources at the end of this post. If you have more hacks, thank you for letting me know, so that I can include them!

For Presenters

Preparation Phase

  • #1 Prepare your talk in advance! Presentations written on the plane or the night before tend to be poor and badly timed.
  • #2 Use a tool like Speechinminutes to calculate the length of your speech! If you go over time you will be stealing time from other presenters which is unfair. A good chair will cut your speech when you have reached the time limit. 
  • #3 Don’t lose time to explain tiny little details how you reached a conclusion. Focus on the main points and arguments and even consider talking less and leaving more time for question and answers. Read the interesting advice “Flip your presentation format” from Pat Thomson.
  • #4 You can point at the end to literature and other resources, even your research data, that underpin your argument for more information. See for practical information on how to share research data on website of HU Berlin and read my blogpost about Open Access to Research Data in the Humanities.  
  • #5 When preparing your slides, remember that slides are meant to be a visual aid! Avoid slides that are too densely packed with text (German “Bleiwüste”). 
  • #6 To enhance readability, use a big font size (24pt especially for the modern smaller presentation systems) and watch the size of screen shots (zoom in for details), nothing is more frustrating than seeing text or screenshots with the presenter commenting ‘probably you can’t see it…”.  
  • #7 If you plan to publish your slides online, include the URL/DOI of the presentation in each slide, or to avoid cluttering of your slides, at least in the first and last slide (some Open Access repositories like Zenodo allow you to reserve a DOI).
  • #8 Get an ORCiD (Open Researcher Contribution Identification) so that your presentation slides can be linked to your scientific record. Increasingly other forms of scientific outputs such as presentations, research data etc. are considered an intrinsic part of a researchers scientific record, therefore they should be published and easily identified (see DORA).
  • #9 To structure your presentation “breadcrumbs” (headers or footers that indicate on the slide in which part of the presentation you are) are useful, especially for longer presentations. 
  • #10 Put your full contact information on the last slide and your Twitter handle on the first, so people can tweet easier about your great presentation.
  • #11 Avoid live demonstrations of databases, website etc. Often conference wifi is rather slow and not working in the moment you need it, and live demonstrations take a lot of time. Pro tip: Use Screenshots (in the right size, zoom in for details) or record a screencast (quick and dirty screencasts can be made with QuickTime or Camtasia, often universities etc. have a licence).
  • #12 Practice your presentation at least once! Practice increases your confidence and improves the timing (to repeat it, really, an unprepared talk is not cool).
  • #13 Check your slides for spelling mistakes! Spelling mistakes look rather unprofessional and are rather distracting. Pro tip: As we tend to be our own worst proofreaders, ask someone else to proofread your slides for you. 
  • #14 If you intend to read from a script (that’s okay, not everyone is Cicero ;-), print your text in a larger font (e.g. 14 pt), I have also seen people who read their presentations from tablets. 
  • #15 Pro tip for the bold ;-): Share pre-version of slides for comments from community, e. g. via Twitter using Google Presentations (though there seem to be some problems with Disability Access)

Presentation Phase

  • #1 Hand over your presentation to chair / organising committee in time (and in required format!) 
  • #2 Be in time in your presentation room to get accustomed with the equipment and test your presentation. Pro tip: Always bring your presentation (additionally as PDF), in case it is not on the presentation computer or looks weird. 
  • #3 Bring your own adapter (especially for Mac)! 
  • #4 My personal hack to deal with sliding computers:  
Inserting a pen might prevent your laptop from sliding over to low barriers on speakers desks
(Picture by Ulrike Wuttke CCO)
  • #5 Start your presentation with a short Icebreaker (why you are happy to present, what connects you to the place, conference, etc. and say your name again) to bond with your audience. Also thanking the chair and organisers for introduction, invitation is a kind thing to do!
  • #6 Look up from your presentation from time to time, especially when you read from a script, again, practicing will help you! Also, don’t talk to the slides and with your back to the audience! 
  • #7 A presentation is not a rap! Don’t go too fast to squeeze in a few more words. It’s really terrifying for the audience! 
  • #8 Leave enough time for the audience to view your slides! Do not skip through loads of slides, this is really frustrating for your audience. If you know you don’t have time to view all slides, exclude them in advance. 
  • #9 If your presentation includes quotes or text in uncommon languages, first read a translation or a paraphrase before you read the original. This way, your audience knows what it will be about and will have enhanced understanding. Thanks to @katharinakager3!
  • #10 Stick to timing (see practice)! Use a timer on your phone etc., so you don’t steal time from others and to allow room for discussion. Pro tip: Consider making your presentation shorter than the allotted time, if the question time is really short and you know this in advance.
  • #11 Avoid dry mouth: Bring your own bottle of NON SPARKLING water. Thanks to @CHPrager!
  • #12 Last but not least, here is a Twitter Thread on how to deal with hostile questions:

Post Presentation Phase

  • #1 Publish your presentation as PDF (preferably PDF/A, Zenodo uploads with a PDF preview get way more interactions!) and additionally whatever format your presentation program of choice produces (also html/xml are interesting formats) in an Open Access Repository such as HAL, Humanities Commons, and Zenodo. Check if the organizers have provided a “community” for the conference and add your presentation there. Don’t forget to include conference metadata to your upload! You can also include speaker’s notes or a separate script of your presentation.
  • #2 Make a blog post of your presentation, nice example by Dot Porter: The Uncanny Valley and the Ghost in the machine, 2018 
  • #3 Some formats like Prezi, Google Docs, and Google Presentations seem to have problems with Disability Access, get informed these issues and choose alternative formats. Read more by Barry Dahl about Accessibility Concerns of Using Prezi in Education (and let me know if the situation has changed)
  • #4 Tweet to your published presentation using the conference Hashtag.

For Session and Panel Chairs & Moderators

  • #1 Aim for diversity of your panel. Do you really need to come up with a panel of white man (no #manel!)? Read Barbara Bordalejo, Minority Report 
  • #2 Prepare the presentation of the speakers, especially how to pronounce their names if they are in a language foreign to you. Try to prepare at least one memorable fact about them, but avoid reading a 5 minutes long biography, and use their titles. Pro tip: You can always e-mail them for this information and give a word limit. 
  • #3 Insist on speakers and audience to use the microphone. Read why this matters in Jessie B. Ramey’s blog post A Note from your Colleagues with Hearing Loss: Just use a Microphone already
  • #4 Try to make clear how presenters feel about Social Media, esp. posting photographs of them presenting online and tell results to audience, also specify conference hashtag (session hashtag), I have seen these hashtags already on blackboards, whiteboards etc.  
  • #5 Stick to timing (no. 1)! Don’t allow presenters to steal time from others. Bring aids to help you to stick to timing (cards with minutes left like 2 min, 1 min, siren on your phone, egg timer, etc.) and tell the speakers about your timing policy, e. g. that you will remove the microphone if they go over time, or go over and thank them.
  • #6 Stick to timing (no. 2)! Also, don’t go over time in general and steal time from the break. 
  • #7 Stick to sessions that are planned as slots (e. g. 30 min.), in order to allow the audience switching to other rooms and to allow individual feedback for all speakers. 
  • #8 Prepare a question for each speaker to make sure that all speakers get a question, but incite the audience first to ask. It is important to leave some time for people to gather their thoughts and courage, therefore wait about 30 sec. at least, though this may seem long to you.  
  • #9 Let first question be ask by a woman. Read Maggie Kuo about why this matters ‘Women ask fewer questions than men at conference talks, new studies suggest’. I couldn’t find the source anymore to evidence that suggest that if a woman asks the first question, it encourages other to do likewise, but I often see that once one women has asked a question, others follow en suite.   
  • #10 If you feel bold, comment on overtly long questions that are not questions, but a reminder of the person’s own achievements 😉

Last but not least, these are hacks that I found working for me. Some might work for you and your field, others might not. And yes, I have been there before and will be probably again, making mistakes. And not all hacks suit every individual (institutional) situation. 

As I am not the first one to has been thinking about this topic (obviously! ), here are some great general resources and reads: 

  • Twitter thread on How to Chair:

What do you think? Do you have other hacks and know any more great resources that should be mentioned? Please leave a comment below or tweet!

People sorting papers with the phases of the research data lifecycle

Was bedeutet es, geisteswissenschaftliches Forschungsdatenmanagement im digitalen Zeitalter zu lehren? #dhiha8

Cite as: Ulrike Wuttke, Was bedeutet es, geisteswissenschaftliches Forschungsdatenmanagement im digitalen Zeitalter zu lehren? #dhiha8, Blogpost, 01.07.2019 (CC-BY 4.0).

Am 17. und 18. Juni 2019 fand am Deutschen Historischen Institut Paris die internationale Tagung “Teaching History in the Digital Age – International Perspectives” statt. In ihrem Mittelpunkt standen die Herausforderungen in der Lehre angesichts der zunehmenden Digitalisierung der Geschichtswissenschaften. Die Tagung fiel in drei Teile: 1) zwei Hands-On Workshops, 2) Vorträge und 3) Barcamp, sowie eine virtuelle “Blogparade” und es wurde fleißig unter dem Hashtag #dhiha8 getweetet. 

Da ich es nicht geschafft habe, im Vorfeld einen Beitrag zur Blogparade zu liefern, habe ich beschlossen, meine persönlichen Eindrücke von dem von mir geleiteten Forschungsdatenmanagement-Workshop “Is your Research Future Proof? Data Management Techniques & Tools for Digital Historians” in diesem Blogbeitrag zu teilen.

Im Mittelpunkt der gesamten Tagung stand die Frage, was es bedeutet, Geschichte im digitalen Zeitalter zu lehren. Nun habe ich zwar nie wirklich Geschichte gelehrt, abgesehen von ein paar Gastseminaren, aber als Digitale Humanista mit den Schwerpunkten mediävistische Literaturwissenschaft, Editionswissenschaften, Open Science und Forschungsdatenmanagement, habe ich mir anlässlich der DHI-Tagung ein paar Gedanken zu diesem Thema gemacht, mit denen ich meinen Bericht einleiten möchte.

Wer und wie bewahren wir geschichtliche Quellen im digitalen Zeitalter? Eine Annäherung aus infrastruktureller Sicht

Die Quelle der Geschichte ist die Vergangenheit. Ein großer Teil unseres Wissens über die Vergangenheit beruht seit der Erfindung der Schrift auf schriftlichen Quellen. Quellen sind also der Forschungsschatz der Geschichtsforschung schlechthin. Hier kommen sich Literaturgeschichte und Geschichte sehr nahe, auch wenn sie unterschiedliche Quellen und Methoden zentral stellen. Ein wichtiger Aspekt scheint mir daher in der Lehre der Geschichte die Zeitlichkeit von Quellen, in dem Sinne eines Verständnisses für die Fragilität dieser Quellen, zu sein.

Was verstehe ich unter Zeitlichkeit? Welche historischen Quellen wir untersuchen können, scheint vom Zufall abhängig zu sein. Viele historische Quellen sind im Verlauf der Geschichte unwiederbringlich verloren gegangen. Doch es ist nicht allein der Zufall, der über die Überlieferung entscheidet. In vielen Fällen danken wir den Erhalt historischer Quellen der gezielten Sammlung und Bestandserhaltungsmaßnahmen durch Bibliotheken, Archive und in Einzelfällen Privatpersonen, die durch die Aufnahme dieser Quellen in ihren Bestand, also den gezielten Akt des Sammelns und Bewahrens, einen großen Anteil daran, ob eine Quelle überhaupt zum Objekt der historischen Forschung werden werden kann. Dann erst treffen Historiker*innen eine Auswahl, ob und wie diese Quellen in ihr Forschungskonzept passen.

Durch diese ihnen inhärente fragile Zeitlichkeit sind die Quellen der historischen Forschung immer grundsätzlich von der Vernichtung bedroht, existieren viele Leerstellen und bedarf es gezielter Maßnahmen, damit die Quellen auch in der Zukunft der Forschung zur Verfügung stehen. Diese Aufgabe wurde für analoge Objekte lange Zeit vor allem durch Archive und Bibliotheken erfüllt. Durch die zunehmende Digitalisierung der Forschung und Lehre verändert sich diese Situation und werden althergebrachte Rollenverteilungen und Tradierungswege in Frage gestellt. Dazu kommt, dass digitale Quellen fragiler sind als analoge Quellen. Vereinfacht ausgedrückt, verhält es sich so, dass während man analoge Quellen am Besten “in Ruhe lässt” (wenig Licht, wenig Bewegung etc.), digitale Quellen ständig “betreut” werden müssen, also einen viel höheren Betreuungsaufwand erfordern. Mit anderen Worten, digital codierte Informationen sind flüchtiger und erfordern intensivere Erhaltungsmaßnahmen (Stichworte: Forschungsdatenmanagement, Datenkuration etc.) als analoge Quellen. Grundvoraussetzung hier ist natürlich, dass diese Quellen (aka Forschungsdaten) überhaupt zur Verfügung stehen, eine Frage bei der Wissenschaftler*innen auch stark individuell gefordert sind (Stichwort Open Science und FAIRe Daten) und dann gemeinsame Anstrengungen aller beteiligter Akteure, um dieses Ziel zu erreichen. Für weiterführende Gedanken hierzu verweise ich gerne auf meinen Blogpost “Here be dragons: Open Access to Research Data in the Humanities” (2019)

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Ein wichtiger Aspekt ist angesichts dieser Überlegungen die Bewusstseinsförderung und die Vermittlung konkreter Technikenbei (zukünftiger) Historiker*innen im Bereich Forschungsdaten und nachhaltiges Forschungsdatenmanagement. Diese Aspekte sollten sowohl schon in der Lehre eine Rolle spielen, auch wenn die Curriculum-Entwicklung noch in den Kinderschuhen steckt (über dieses Thema haben wir ausführlicher während einer Sessions des Barcamps gesprochen), als auch nach dem Studium. Ein probates Mittel für die außercurriculare Vermittlung von Forschungsdatenkompetenz sind Workshops, wie der von mir angeleitete Workshop vor dem Anfang der Tagung, von dem ich im Folgenden detaillierter berichten möchte. 

Workshop “Is your Research Future Proof? Data Management Techniques & Tools for Digital Historians”

Durch verschiedene Impulsvorträge und spielerische Übungen wurden die Teilnehmer*innen für aktives Forschungsdatenmanagement,  z. B. mit einem Datenmanagementplanungstool wie RDMO (Research Data Management Organiser) sensibilisiert. Das Ziel von aktivem Forschungsdatenmanagement ist die Produktion und nachhaltige Bereitstellung von Daten nach den FAIR-Prinzipien. Im Workshop kamen Punkte wie die Grundprinzipien von Open Science und die Relevanz der FAIR-Prinzipien für die digitalen Geisteswissenschaften zur Sprache, sowie verschiedene Datentypen und -formate in den Geisteswissenschaften und der Lebenszyklus von Forschungsdaten und die Themengebiete eines Datenmanagementplans (Data Collection, Data Documentation, Ethics and Legal Compliance, Storage and Backup, Selection and Preservation, Data Sharing and Responsibility and Resources). Viele der Übungen und inhaltliche Anregungen verdanke ich übrigens dem Train-the-Trainer Konzept zum Thema Forschungsdatenmanagement von FD-Mentor.  

Angeregte Diskussion um die Reihenfolge des Forschungsdatenlebenzyklus
Das Ergebnis einer der Gruppen: Forschungsdatenlebenzyklus mit WOW-Effekt!

Bei der Übung zum Datenlebenszyklus wurde deutlich, dass Geisteswissenschaftler*innen unter Preservation etwas anderes verstehen als FDM-Expert*innen, Preservation war für die Teilnehmer*innen alles Speicherung… Diese Beobachtung weist darauf hin, dass wir uns stärker diese “Sprachunterschiede” bewusst machen müssen. Sie können auch Auswirkungen darauf haben, wie Geisteswissenschaftler*innen die Fragen eines Datemenmanagementplanungstools verstehen (oder im schlimmsten Fall nicht verstehen…)

Während des Workshops war auch Zeit für kritische Diskussionen, z. B. dass der für gutes Datenmanagement notwendige Aufwand noch in keinem guten Verhältnis zur (fehlenden) Anerkennung steht. Hier sind Forschungseinrichtungen und -förderer gefragt, entsprechende Anreize zu liefern. Warum nicht nachhaltiges Forschungsdatenmanagement und die Bereitstellung von FAIRen Forschungsdaten besser belohnen, z. B. als Teil von Ausschreibungsprofilen oder bei der Fördermittelvergabe (“Hand in your CV and a data management plan”, How have you contributed to Open Science and what are your plans in the future?). Richtungsweisend könnte diesbezüglich DORA sein. 

Angeregt diskutiert wurde durch die Teilnehmer*innen die Frage, ob Datenmanagementpläne die Illusion erwecken, dass geisteswissenschaftliche Forschung ein vorhersehbarer Prozess ist, was von den Teilnehmer*innen verneint wurde. Ich habe den Standpunkt vertreten, dass in fast allen Fällen, in denen man Mittel einwerben möchte, ein Forschungsplan erforderlich ist, dessen Bestandteil zunehmend ein dedizierter DMP ist. Letzterer ist nicht in Stein gemeißelt, sondern sollte im Projektverlauf angepasst werden, besonders unter dem Vorzeichen des “aktiven Datenmanagements”, d. h. dem Projektverlauf entsprechend geupdated werden. Der Forschungsdatenmanagementplan ist eine ausgezeichnete Chance, den geplanten Projektverlauf gezielt von der digitalen Seite zu betrachten (mehr hierzu in einem lesenwerten Artikel von Marina Lemaire). 

Auch wurde die Frage gestellt, ab wann man eigentlich einen Datenmanagementplan  schreiben sollte, besonders wenn man eigentlich nicht besonders “digital” forscht? Hierzu kamen mir im Nachhinein zwei Gedanken. 

  1. Durch die zunehmende Digitalisierung aller Bereiche der Gesellschaft, nicht nur der Wissenschaft, stehen wir momentan vor der fast paradoxen Situation, dass wir potenziell über eine ungekannte Menge an Daten verfügen, die zum Einen schnell wieder verloren gehen können und zum Anderen auch nicht alle aufgehoben werden müssen. Eine sinnvolle Selektion gehörte schon immer zum Bestandsmanagement von Bibliotheken und Archiven. Für die Forschung bedeutet die zunehmende Digitalisierung einen Paradigmenwechsel, der mehr Verantwortung auf die einzelnen Wissenschaftler*innen überträgt, nicht zuletzt auch durch die damit einhergehende Relevanz offener Prinzipien (Open Science). Ein Paradigmenwechsel, der auch, ich möchte fast sagen, vor allem seinen Niederschlag in der Lehre finden sollte, wobei die Grenzen zwischen Basic Skills des Personal Archiving und wissenschaftlichem Forschungsdatenmanagement fließend sind, wobei gerade im letzteren Bereich sehr viel zusätzliche Unterstützungsangebote existieren (sollten!).  
  2. Studierende und Forschende sollten die Grundbegriffe und -prinzipien eines nachhaltigen Forschungsdatenmanagements unter dem Open Science Paradigma kennen. So werden sie selbst ermächtigt, sich den neuen Herausforderungen zu stellen bzw. diese Kenntnisse weiterzugeben. Vielleicht ist es sogar kontraproduktiv, das Ziel “Schreiben eines Datenmanagementplans (DMP)” zu sehr in den Mittelpunkt von Trainings zu stellen, da es um Methoden geht, die eigentlich in Fleisch und Blut übergehen sollten? Letztendlich ist der DMP ein Mittel zum Zweck, sich zu allen wichtigen Bereichen Gedanken zu machen und die Ergebnisse strukturiert festzuhalten.

Workshop: Ablauf und Feedback

Abschließend ein paar Gedanken zum Ablauf des Workshops unter Einbeziehung des Feedbacks der Teilnehmer*innen. 

Es ist das erste Mal und daher etwas unheimlich, aber ich hege die Hoffnung, dass andere Trainer*innen hiervon etwas für ihre eigenen Trainings etwas haben könnten.

Eigene Einschätzung:

  • Workshop ist sehr gut gelaufen und gutes Feedback 
  • Relativ víel Stoff und Übungen geplant für 3h, erfordert straffes Zeitmanagement, da wir die Pause überzogen hatten, war am Ende die Zeit etwas knapp  
  • Die Teilnehmer*innen haben den meisten Lernerfolg, wenn sie selbst etwas machen bzw. diskutieren können 
  • Es war relativ wenig Zeit, um RDMO auszuprobieren, auch wenn das nicht unmittelbar im Mittelpunkt stand
  • Vorheriges Bereitstellen der Folien erleichtert Partizipation, sogar von “außerhalb” (Danke für’s Feedback!) 

Feedback der Teilnehmer*innen (alles Wissenschaftler*innen):

  • Gesamteindruck der Teilnehmer: Zwischen 1 und 2 (1 ist die Beste Note) 
  • Größte Schwäche des Workshops: mehr Raum für Diskussionen lassen, z. B. über spezifische Forschungsansätze der Teilnehmer*innen, noch mehr gezielte Nachfragen, ob es Fragen gibt, mehr Zeit zum Schreiben des eigenen DMP, noch mehr konkrete Beispiele, z. B. wie Geisteswissenschaftler*innen Daten produzieren, publizieren, relevante Projekte 
  • Bedeutendste Stärke des Workshops: klare Struktur, interessante Selektion der Themengebiete, gute Übersicht zu Open Science, interessante Werkzeuge, Links, Materialien etc., Pädagogik, Präsentation, interaktive Gruppenarbeit  
  • Weitere Kommentare: Dank für alle interessanten Werkzeuge, weniger zu Open Access, mehr konkrete Arbeit am DMP, mehr Zeit für Diskussionen, mehr konkrete Beispiele
  • die Mehrzahl der Teilnehmer*innen bewertete ihren eigenen Lernerfolg und die praktische Anwendbarkeit der Workshopinhalte als “very good” bis “good” auch diejenigen, die schon viel Erfahrung hatten 

Lessons Learned: 

  • Wichtig ist: Management der Erwartungshaltung (Was wird im Workshop behandelt? An wen richtet sich der Workshop?)
  • Erkennen, dass man es nicht allen Recht machen kann, aber stärker versuchen auf Interessen der Teilnehmer*innen einzugehen (z. B. Themenabfrage) 
  • Weniger Stoff ist mehr! Aber schwieriger Balanceakt, weil Gruppen qua Vorkenntnissen und Disziplin oft gemischt sind, schwer bestimmte Aspekte als bekannt vorauszusetzen (z. B. in Zukunft weniger auf Open Science im Allgemeinen eingehen und Fragen des geisteswissenschaftlichen FDM noch stärker in den Vordergrund rücken)  
  • Noch mehr Zeit für Diskussionen und Gruppenaktivitäten einplanen bzw. “Zeitpuffer” 
  • Grundsätzliche Frage: Was sind allgemeine Aspekte geisteswissenschaftlichen Forschungsdatenmanagements, was sind disziplinspezifische Aspekte und was ist spezifisches Digital Humanities-Wissen? Inwieweit überlappen sich dieser Bereiche (DINI UAG Schulungen und Lehre) 
  • Coole Incentives mitbringen, z. B. Sticker wie die von @MelImming und @Protohedgehog 😉

Some Research Data Management resources I recommend: 

Siehe auch:
Jan-Luca Albrecht; Ina Serif, Tagungsbericht: Teaching History in the Digital Age – International Perspectives #dhiha8, 17.06.2019 – 18.06.2019 Paris, in: H-Soz-Kult, 26.08.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8405>.

Fellowship of the Data

“Here be dragons”: Open Access to Research Data in the Humanities

Slightly modified for reading version of my talk for the conference “Innovative Library in Digital Era” (ILIDE) 2019 Conference Jasná, Slowakia, 9.04.2019

Cite as: Ulrike Wuttke, “Here be dragons”: Open Access to Research Data in the Humanities, Blogpost, 09.04.2019, CC-BY 4.0. Link: https://ulrikewuttke.wordpress.com/2019/04/09/open-data-humanities/.

In this rather lengthy blog post (which is more like a pre-print of a future article to be), I discuss the paradigm shift to reusable, machine-readable data as one pillar of Open Science or Open Scholarship (the latter being a more inclusive term for the Arts and Humanities), for Humanities and Heritage researchers. I address key challenges and perspectives of Humanities Research Data Management with a focus on educational aspects and available tools, especially the Research Data Management Organizer (RDMO) tool (https://rdmorganiser.github.io/).
This blogpost was awarded in the Open Humanities Tools and Methods Blog Competition with a travel bursary and a poster presentation at the DARIAH Annual Event 2019 at Warsaw.

Resources:

Introduction

#1 It has been estimated by Stefan Winkler Nees (from the Deutsche Forschungsgemeinschaft-DFG) in 2011 that 90% of all digital research data is lost.[1] We don’t know how many of this data belonged to the Humanities and hopefully, these numbers are better today, but we can assume that still a lot of Humanities data (and other data) is lost, because of missing infrastructures, or because no one has taken care of the long-term availability of this data in time.[2]

Are Your Data FAIR?

But, even if data is not lost: Does the available data sparkle joy, to borrow a term from the ubiquitous Marie Kondo? Are these datasets accessible for research, well documented using standards, available in interoperable formats etc., in short: is it FAIR[3] data, too?

#2 The digital transformation of research has dramatically increased the creation, gathering, and use of research data in all disciplines. It also led to the development of the new paradigm of Open Science which not only promotes that published results should be open access, but also that the underlying data should be open (for example in the H2020 Open Research Data Pilot).[4] Together, these developments resulted in a heightened demand for the publication of research data, promoted by national and international funding agencies[5], and research institutions, often directly reflected in (funding) guidelines, which can be more or less binding.[6] Among the many reasons to underpin the demand for Open Research Data, efficiency (reuse), reproducibility (transparency), impact, and public trust are prominent.[7] Slowly, the responsible handling of research data and FAIR publication of research data is becoming an integral part of Good scientific practice.[8]

The vision goes beyond that: we are talking here about the grand vision of the European Open Science Cloud (EOSC)[9] and an even bigger vision for a global Open Science Ecosystem. To realise this vision and for humanities data playing a considerable role in it, our “efforts should be guided by the twin aims of ensuring that data meets the FAIR principles, and that it is effectively preserved in trusted, certified repositories”[10]. The FAIR principles have gained since their publication in 2016[11] great acceptance as guiding principle, because they take not only into account that not all data can be open[12], leading, for example, the European Research Council to formulate the principle “as open as possible, as closed as necessary”[13], but because they also put great emphasis on “the attributes data need to have to enable and enhance reuse, by humans and machines”, in a nutshell metadata.[14]

Vision for Humanities Data

In the following, I will first line out key challenges related to Open Access to Research Data in the humanities and then discuss some perspectives to improve the current situation. I will focus on educational aspects, and tools for research data management as keystones for Open & FAIR Research Data. As the German situation is best known to me, examples are mainly drawn from a German context.

“Here be dragons”

#4 The phrase “Hic sunt dracones” (transl. “Here be Dragons”), is used on some old maps of the world to describe an area that was unknown to the cartographer. I found it quite appropriate to summarize the ambivalence of humanists towards data and all these “fancy” concepts discussed by “infrastructure people” like FAIR Data, the EOSC, or Research Data Management. First of all, it must be said that humanities researchers tend to be ambivalent about the concept of ‘data’[15] and that “[t]here are issues surrounding […] the acceptance of the ‘research data concept’”[16]. In short, they just don’t use the word “data”, but talk about “sources”, “research materials” etc., which leads to the fact that the whole “data talk” doesn’t appeal to them. Additionally, an expeditionary survey conducted by PARTHENOS in 2017 among researchers in the domain of digital humanities, language studies, and cultural heritage showed that the FAIR Principles and the EOSC, concepts and recommendations, thriving among “infrastructure folks”, are relatively little known in the research communities themselves.[17] Often, the publication of research data only comes as an afterthought (if at all).[18] However, at the end of a project, it is often too late to publish the data in a meaningful way because of the lack of documentation and the lack of resources to prepare the data properly for publishing.

#5 Let me discuss some reasons that currently seem to form barriers for establishing a culture of open sharing in the humanities. In general, “issues surrounding incentivisation”[19] can be observed. Given the strong competition and the traditional humanities reputation system based on traditional ‘long story scientific publication formats’ (monographs, book chapters, or articles as significant scientific publications) as opposed to ‘data’, there is low motivation to publish research data.[20] This lack of incentives goes hand in hand with researchers’ (perceived) fear of being scooped or that someone else will be the first to publish something based on their data, e.g. an exciting manuscript or object they have found.[21] A research tradition that has been based on (and rewarded) secretiveness is not easy to change with nothing fundamental opposite as a reward. Other prejudices often brought up are: nobody will understand the data, nobody will need the data, someone will sell the data and last but not least, (perceived) lack of technical skills.[22]

“The inherent controversy in the meaning of “data” and the importance of personal interpretation on data for humanities researchers is not conducive to sharing.”[23]

#6 Even those who are willing to publish data, as it must also be duly acknowledged that there is a long and thriving tradition of humanities corpora collection and publication continued in the digital, e.g. at the academies, are facing obstacles. Especially legal issues or doubts about possible legal issues are often mentioned in this context: The legal regulations concerning research data are complicated and not internationally aligned and there are many actors involved in the production of humanities research data, not only humanists. This leads to the fact that humanities research is often based on data under copyright restriction (from cultural heritage institutions or other actors) which makes it difficult to publish them as ORD.[24]

#7 Additionally, we are dealing with is issues around the availability and sustainability of specialist support structures for humanities research data support as well as the lack of practical guidance.[25] Humanities data centers and other data services for the humanities are often dependent on third-party funding (project based).[26] This leads to issues of trust on the side of the researchers which may result in these services not being in high demand[27] (and may even result in an unwillingness to “Go Digital” at all), it also leads to the problem of sustaining “living systems”[28] (which need to be frequently updated, migrated, and curated). However, current efforts, especially from the Digital Humanities community, also have led to positive developments:

“For example, the emergence of linked open data over the past decade has been supported both by the establishment of effective standards for modeling and disseminating such data, and the growth of practices and social expectations supporting its creation. These developments have meant that expertly modeled data from specific domains can be accessed and combined flexibly, rather than remaining in isolation or striving for self-sufficiency.”[29]

Fellowship of the Data
Fellowship of the Data

#8 To sum up my observations so far: Humanities research data, in general, is rather heterogeneous, idiosyncratic, and complex[30] and humanists are ambivalent about the term “data”. Digital practices are already part of the research activities of many humanists, especially in the Digital Humanities, but they are not equally fully developed. This leads to the fact that the potential of digital research data and methods is not fully exploited, because the digital research process is not carefully planned, with other words many research data already exist in digital form, but they are not findable, quality controlled, and reusable.[31] All in all, the land of FAIR Research Data is still unknown territory for many humanists, or at least scary as if dragons would indeed live there. In the next part, therefore, I will argue for increased efforts for awareness raising and skills building and a “fellowship of the data”, a support system to facilitate the quest for FAIR data in the humanities.

Perpectives

#9 Naturally, I cannot offer immediate solutions, but I would like to point out some paths that need to be pursued with increased intensity in the near future to facilitate FAIR data in the humanities (and beyond). These paths can focus on different stakeholders in the FAIR ecosystem such as research institutions, funding bodies, or publishers, or individual researchers and research communities. In my opinion, special attention has to be paid to the researchers and research communities themselves, so that recommendations, policies, services, etc. are aligned and known to disciplinary practices and cultures.[32] If the researchers are not on our side in this quest, we are prone to lose the battle or at least experience a delay in realising the goals.

#10 The most urgent points in my opinion are the following. We need to work on incentives for the FAIR publication of research data, e.g. wider adoption of DORA (Declaration on Research Assessment).[33] We also need to Invest in the development of beneficial environments for aggregation (think EOSC, German NFDI):

“The interdisciplinary bundling of humanities data repositories and the development of adequate research tools and services for linked data represents a great opportunity for humanities research.”[34]

Another highly important task is educating the next (and this) generation of (digital) humanities researchers[35] to deal with the datafication[36] of research and education practices, but also “infrastructure people” in discipline-specific contexts. Humanists need to be aware of limits of publication tools and how they expose (or not) the underlying data model. We need to strive to offer more idiosyncratic options and take time for critical consideration of how early choices have an impact on how data is published and can be used (curatorial perspective). It is our task to prevent research data from becoming trapped (in specific formats or hardware). In an ideal world we “design our data without tool dependencies” = “tool-agnostic approach” vs. “tool-dependent approach”[37]. The progressing digital transformation of humanities research along with the increasing importance of digital research infrastructures calls not only for a certain level of “data literacy”[38] but even for an expansion of this concept to a certain level of “data infrastructure literacy”, a term recently coined by Gray et al. 2018[39].

Much discussed in the context I have just outlined is Research Data Management:

“Research Data Management describes the process to curate (or manage) research data along the research data lifecycle and includes various activities such as planning, producing, selection, analysis, archiving, and preparation for reuse. Because data are very heterogeneous, discipline and data specific solutions can be required.”[40]

Given this, admittedly not very appealing sounding definition, it may not come as a surprise that researchers in general still consider research data management [41]as an extra, tedious, time-consuming task that diverts them from “real research” and humanists especially consider it as almost opposed to the hermeneutic humanistic research practice[42]. However, acceptance by the researchers is the key success factor for establishing standards in Research Data Management.[43] Therefore, we need to show humanists the added value of Research Data Management for the planning process of digital projects. Lemaire (2018) has recently convincingly argued that RDM is a process already inherent in the research process itself (although at the moment rather implicit) and that it can be an instrument for reviewing the research concept.[44]

#12 The digital turn of humanities research and the requirement for FAIR research data, that is sustainable and quality controlled handling of research data, requires thorough planning of the digital research process before the start, a process that is guided and documented in a Research Data Management Plan.[45] Given all the advantages of Research Data Management planning, efforts should be increased regarding awareness raising and skills building[46] already as part of university curricula[47][, and tools for consequent data management planning (and handling)[48] with the end in mind, that is (if possible) the publication of FAIR research data.

RDMO[49]

#13 Given that the management of research data is increasingly regarded as a process of active support and care during the whole research process (and not only of producing a mere static document), tools are needed that support active Research Data Management Planning[50], e.g. by providing different and up-to-date status information to different participants of the research process. I am currently part of a project that is developing such a tool, the Research Data Management Organiser (RDMO).[51]

#14 In a nutshell, with RDMO the research data management process can be organised as a collaborative effort encompassing its different stakeholders, besides researchers, especially infrastructure partners such as libraries or computing centres. One of the use scenarios of RDMO is library staff using RDMO’s question catalogue to work out the data management strategy for projects with researchers and other partners/experts.[52] RDMO can be adapted to the requirements of communities or organisations (e.g. institutional or discipline-specific guidelines) and has multilingual capabilities. At the moment we are working with a range of very different institutions and communities in Germany to further improve this tool.

Conclusion

#15 On the one hand, researchers need to be aware of the issues at hand and take their responsibility (take the issues of digital research practices seriously!).[53] On the other hand, we need to work on institutional availability and sustainability of research data (management) and support (e.g. via data centres and local experts)[54] and clever and efficient connection between initiatives on different levels. We need to provide adequate RDM tools that support researchers to prepare their data for publication from the very beginning. Libraries already have an important role in this ecosystem and I dare to say that they are capable and designated to take a leading role in this field in the future if they invest in it: in heads and infrastructure(!).[55] Especially I would like to refer here to their role in the creation of vast digital corpora of open research data, which cannot be left as a task to researchers alone.[56] Last but not least, we also need to make research data management less scary: it’s not a scientific revolution and doesn’t mean that all skills learned so far in a typical humanities curriculum are to be thrown overboard, quite the opposite is true.[57]

#16 There is a lot at stake for the humanities, maybe the very question what we want the future of the humanities to be. When it comes to Open and FAIR research data in the humanities, I can only say it with Queen: “I want it all, and I want it now!”

Queen I want it all

“I want it all, I want all, I want it all, and I want it now.” Queen (1989).


To create this broad culture of FAIR data sharing in the humanities we have to roll up our sleeves, team up, and distribute hats:

  1. Embrace Open principles,
  2. bridge the gap between the digital and the humanities and look what we can learn from the Digital Humanities and other more data-savvy disciplines.[58]

What are your thoughts and suggestions on this topic? Do you agree? Do you have additional hints for me that lead to more discipline specific information and insight about the handling of research data, data sharing, and the FAIR principles in the humanities? Please, leave your thought below or contact me via Twitter or e-mail. Looking forward to discuss this topic further with you!

Notes

[1] See Stefan Winkler-Nees, Vorwort, In: Büttner, Stephan; Hobohm, Hans-Christoph; Müller, Lars (ed.): Handbuch Forschungsdatenmanagement, Bad Honnef 2011, p. 5.

[2] See Geisteswissenschaftliche Datenzentren im deutschsprachigen Raum, Grundsatzpapier zur Sicherung der langfristigen Verfügbarkeit von Forschungsdaten, Version 1.0, DHd AG Datenzentren, 2018, p. 9. Accessed from http://doi.org/10.5281/zenodo.1134760, 25.03.2019.

[3] See Wilkinson, M. D., et al. (2016). The FAIR Guiding Principles for scientific data management and stewardship. Scientific Data, 3, 160018. Accessed from https://doi.org/10.1038/sdata.2016.18, 25.03.2019. Webseite FORCE11: https://www.force11.org/group/fairgroup/fairprinciples.

[4] See European Research Council (ERC), Guidelines on Implementation of Open Access to Scientific Publications and Research Data in projects supported by the European Council under Horizon 2020, Version 1.1., 21. April 2017. Accessed from http://ec.europa.eu/research/participants/data/ref/h2020/other/hi/oa-pilot/h2020-hi-erc-oa-guide_en.pdf, 25.03.2019. See also from the UK document Concordat on Open Research Data, 2016. Accessed from https://www.ukri.org/files/legacy/documents/concordatonopenresearchdata-pdf/, 25.03.2019 or the recommendation from the Steuerungsgremium der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen (2017), Den digitalen Wandel in der Wissenschaft gestalten: Die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, Leitbild 2018 – 2022, 2017, Accessed from: http://doi.org/10.2312/allianzoa.015.

[5] See for example EC Directorate-General for Research & Innovation, H2020 Programme: Guidelines on FAIR Data Management in Horizon 2020, Version 3.0, 26. July 2016, Accessed from: http://ec.europa.eu/research/participants/data/ref/h2020/grants_manual/hi/oa_pilot/h2020-hi-oa-data-mgt_en.pdf, 25.03.2019, Deutsche Forschungsgemeinschaft /DFG), Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten, 30.09.2015. Accessed from: http://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/antragstellung/forschungsdaten/richtlinien_forschungsdaten.pdf, 25.03.2019.

[6] While German funders already give recommendations, other funders already issued more binding guidelines that include the demand for a DMP, such as the Schweizerische Nationalfonds (SNF). See Schweizerische Nationalfonds, Open Research Data, (o.J.). Accessed from: http://www.snf.ch/en/theSNSF/research-policies/open_research_data/Pages/default.aspx#FAIR%20Data%20Principles%20for%20Research%20Data%20Management, 25.03.2019.

[7] “Open research data (ORD) have the potential not only to deliver greater efficiencies in research, but to improve its rigour and reproducibility, to enhance its impact, and to increase public trust in its results.” Open Research Data Task Force, Realising the potential: Final Report of the Open Research Data Task Force. N.P., 2018, p. 3. Accessed from https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/775006/Realising-the-potential-ORDTF-July-2018.pdf, 22.03.2019.

[8] See recommendation 7 “Sicherung und Aufbewahrung von Primärdaten” of the DFG-Denkschrift zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis, in: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis: Empfehlungen der Kommission „Selbstkontrolle in der Wissenschaft“, Weinheim 2013, p. 21-22. Accessed from: http://doi.org/10.1002/9783527679188.oth1, 25.03.2019.

[9] https://ec.europa.eu/research/openscience/index.cfm?pg=open-science-cloud.

[10] Open Research Data Task Force, Realising the potential: Final Report of the Open Research Data Task Force. N.P., 2018, p. 8. Accessed from https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/775006/Realising-the-potential-ORDTF-July-2018.pdf, 25.03.2019.

[11] The term FAIR was launched in 2014. See https://www.force11.org/group/fairgroup/fairprinciples.

[12] Principles for Open Data in Science have been formulated in the Panton Principles, demanding that data should be placed in public domain. See Panton Principles, Principles for open data in science. Murray-Rust, Peter; Neylon, Cameron; Pollock, Rufus; Wilbanks, John; (19 Feb 2010). Retrieved 31.03.2019 from https://pantonprinciples.org/. This demand has been criticized as difficult to realize because of two main reasons 1) the legal system of some countries, including Germany, does not really allow complete renunciation of rights by the right holder (i.e. public domain) 2) it removes all obligations to quote, which remove an important incentive, see Ulrich Herb, Open Science in der Soziologie. Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme zur offenen Wissenschaft und eine Untersuchung ihrer Verbreitung in der Soziologie, Glückstadt 2015, p. 126, accessed from: https://doi.org/10.5281/zenodo.31234, 25.03.2019.

[13] European Research Council (ERC), Guidelines on Implementation of Open Access to Scientific Publications and Research Data in projects supported by the European Council under Horizon 2020, Version 1.1., 21. April 2017, p. 6. Accessed from http://ec.europa.eu/research/participants/data/ref/h2020/other/hi/oa-pilot/h2020-hi-erc-oa-guide_en.pdf, 25.03.2019. Not all data needs to be published. A selection of what data is relevant and interesting for scientific reuse, like archives have always done, is necessary. For guidelines see for example  Angus Whyte & Andrew Wilson, How to appraise and select research data for curation, Digital Curation Centre How-to Guides, Edinburgh 2010. Accessed from: http://www.dcc.ac.uk/resources/how-guides/appraise-select-data, 25.03.2019.

[14] European Commission Expert Group on FAIR Data, Turning FAIR into reality: Final Report and Action Plan from the European Commission Expert Group on FAIR Data, Brussels 2018, p. 18, accessed from: https://ec.europa.eu/info/publications/turning-fair-reality_en, 25.03.2019. The FAIR principles provide guidance on “how to facilitate knowledge discovery by assisting humans and machines in their discovery of, access to, integration and analysis of, task-appropriate scientific data and their associated algorithms and workflows” Quote from: https://www.force11.org/group/fairgroup/fairprinciples, accessed: 25.03.2019.

[15] See for example Christof Schöch, Big? Smart? Clean? Messy? Data in the Humanities, in: Journal of Digital Humanities, 2 (2013): 3. Accessed from: http://journalofdigitalhumanities.org/2-3/big-smart-clean-messy-data-in-the-humanities/, 25.03.2019, Miriam Posner, Humanities Data: A Necessary Contradiction | Miriam Posner’s Blog, 25.06.2015. Accessed from: http://miriamposner.com/blog/humanities-data-a-necessary-contradiction/, 25.03.2019. Insightful discussions of the complexity of talking about data in the Humanities are also offered for example by Jennifer Edmond, Georgina Nugent-Folan, D2.1 Redefining what data is and the terms we use to speak of it, KPLEX (Knowledge Complexity) Deliverable D2.1, 2018. Accessed from: https://kplexproject.files.wordpress.com/2018/07/d2-1-redefining-what-data-is-and-the-terms-we-use-to-speak-of-it.pdf, 25.03.2019, Fabian Cremer, Lisa Klaffki, Timo Steyer, T., Der Chimäre auf der Spur: Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften. o-bib 5 (2018): 2, p. 142–162. Accessed from: https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H2S142-162, 25.03.2019.

[16] Open Research Data Task Force, Case Studies: Annex to the final report of the Open Research Data Task Force, 2018, p. 7. Accessed from: https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/775379/Case-studies-ORDTF-July-2018.pdf, 25.03.2019.

[17] See PARTHENOS, The FAIR principles and the EOSC concept in the research community of Digital Humanities, Language Studies and Cultural Heritage: An expeditionary survey, 2017, esp. p. 7-8, Accessed from: http://www.parthenos-project.eu/Download/PARTHENOS_FAIR_EOSC_survey.pdf, 25.03.2019.

[18] See Elke Brehm & Janna Neumann, Anforderungen an Open-Access-Publikationen von Forschungsdaten: Empfehlungen für einen offenen Umgang mit Forschungsdaten, in: o-bib 2018: 3, p. 1-16, p. 3. Accessed from: https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H3S1-16, 25.03.2019.

[19] See for example Open Research Data Task Force, Case Studies: Annex to the final report of the Open Research Data Task Force, 2018, p. 7. Accessed from: https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/775379/Case-studies-ORDTF-July-2018.pdf, 25.03.2019.

[20] The humanities are no exception here. See for example Benedikt Fecher, Cornelius Puschmann, Über die Grenzen der Offenheit in der Wissenschaft: Anspruch und Wirklichkeit bei der Bereitstellung und Nachnutzung von Forschungsdaten, in: Information – Wissenschaft & Praxis 66 (2015): 2-3, p. 146-150, p. 147. Accessed from: https://doi.org/10.1515/iwp-2015-0026, 25.03.2019, Fabian Cremer, Lisa Klaffki, Timo Steyer, T., Der Chimäre auf der Spur: Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften. o-bib 5 (2018): 2, p. 142–162, p. 148. Accessed from: https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H2S142-162, 25.03.2019.

[21] See for example Christine L. Borgman, Big Data, Little Data, No Data: Scholarship in the networked World. Cambridge, Mass; London, 2015, p. 177-179, where she characterises humanities data as often being considered as “club goods” (p. 177), meaning access is only granted to very specific individuals, such as local researchers. She describes on the example of the Dead Sea Scrolls this practice of local control (“hoarding”, p. 178), which stems from the fact: “Once scholars obtain access to materials, they may wish to mine the in private until they are ready to publish.” (p. 178).

[22] See for general observations about the (not) sharing of research data for example Carol Tenopir et al., Data Sharing by Scientists: Practices and Perceptions, in: PLOS ONE 6 (6), 29.06.2011, p. e21101, https://doi.org/10.1371/journal.pone.0021101,Veerle van den Eynden & Libby Bishop, Incentives and motivations for sharing research data, a researcher’s perspective. A Knowledge Exchange Report, 2014, accessed from: http://repository.jisc.ac.uk/5662/1/KE_report-incentives-for-sharing-researchdata.pdf, 25.03.2019, Benedikt Fecher et al., What Drives Academic Data Sharing? PLOS ONE, 10(2015):2, p. e0118053. Accessed from: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0118053, 25.03.2019, Ulrich Herb, Open Science in der Soziologie. Eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme zur offenen Wissenschaft und eine Untersuchung ihrer Verbreitung in der Soziologie, Glückstadt 2015, p. 134-143, accessed from: https://doi.org/10.5281/zenodo.31234, 25.03.2019, Ben Kaden, Warum Forschungsdaten nicht publiziert werden, in: LIBREAS.Dokumente, LIBREAS.Projektberichte, 13.03.2018, accessed from https://libreas.wordpress.com/2018/03/13/forschungsdatenpublikationen/, 25.03.2019.

[23] Open Research Data Task Force, Case Studies: Annex to the final report of the Open Research Data Task Force, 2018, p. 6. Accessed from: https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/775379/Case-studies-ORDTF-July-2018.pdf, 25.03.2019.

[24] Concerning prevalent legal issues see for example Madeleine de Cock Buning et al., The legal status of research data in the  Knowledge Exchange partner countries, 2011. Accessed from: http://repository.jisc.ac.uk/6280/, 25.03.2019, Bastian Drees, Text und Data Mining: Herausforderungen und Möglichkeiten für Bibliotheken. Perspektive Bibliothek, 5(2016:1, p. 49–73, esp. p. 59-61. Accessed from: http://dx.doi.org/10.11588/pb.2016.1.33691, Elke Brehm & Janna Neumann, Anforderungen an Open-Access-Publikationen von Forschungsdaten: Empfehlungen für einen offenen Umgang mit Forschungsdaten, in: o-bib 2018: 3, p. 1-16, p. 8-11. Accessed from: https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H3S1-16, 25.03.2019, Anne Lauber-Rönsberg, Philipp Krahn, Paul Baumann, Gutachten zu den rechtlichen Rahmenbedingungen des Forschungsdatenmanagements im Rahmen des DataJus-Projekts (Kurzfassung), 2018. Accessed from: https://tu-dresden.de/gsw/jura/igewem/jfbimd13/ressourcen/dateien/publikationen/DataJus_Kurzfassung_Gutachten_12-07-18.pdf?lang=de&set_language=de, 25.03.2019.

[25] “The time and effort required to make research data open and accessible in accordance with the FAIR principles (Findable, Accessible, Interoperable, Re-usable) can be considerable; and those researchers who are keen to adopt ORD practices may find themselves stymied by a lack of practical guidance and specialist support.” Open Research Data Task Force, Realising the potential: Final Report of the Open Research Data Task Force. N.P., 2018, p. 23. Accessed from https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/775006/Realising-the-potential-ORDTF-July-2018.pdf, 25.03.2019. This report acknowledges that some materials have already been developed (p. 24), which are from the author’s perspective often too general,  (UW often too general), and calls to increase efforts for training and education (p. 24).

[26] See for example Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII), Leistung aus Vielfalt: Empfehlungen zu Strukturen, Prozessen und Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland, 2016, p. 37-39, Accessed from http://www.rfii.de/?wpdmdl=1998, 25.03.2019, DHd AG Datenzentren, Geisteswissenschaftliche Datenzentren im deutschsprachigen Raum:  Grundsatzpapier zur Sicherung der langfristigen Verfügbarkeit von Forschungsdaten (Version 1.0). DHd AG Datenzentren, 2018, p. 24. Accessed from http://doi.org/10.5281/zenodo.1134760, 25.03.2019.

[27] See Open Research Data Task Force, Case Studies: Annex to the final report of the Open Research Data Task Force, 2018, p. 7. Accessed from: https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/775379/Case-studies-ORDTF-July-2018.pdf, 25.03.2019.

[28] “Lebende Forschungsanwendungen spielen in den Geisteswissenschaften eine zunehmend große Rolle in der digitalen Ergebnissicherung und -präsentation. Im Gegensatz zur Buchpublikation ist jedoch die dauerhafte Erhaltung, Betreuung und Bereitstellung dieser lebenden Systeme eine technische und organisatorische Herausforderung. Während es vergleichsweise einfach möglich ist reine Forschungsdaten in Datenarchiven für die Nachwelt zu konservieren, sind lebende Systeme Teil eines digitalen Ökosystems und müssen sich diesem, z.B. in Form von Updates, regelmäßig anpassen.“ Andreas Witt et al., Forschungsdatenmanagement in den Geisteswissenschaften an der Universität zu Köln, in: o-bib 5 (2018): 3, p. 104–117, p. 111. Accessed from https://doi.org/10.5282/o-bib/2018h3s104-117, 25.03.2019. See also the website of the Project SustainLife at Cologne University: https://dch.phil-fak.uni-koeln.de/sustainlife.html, accessed 25.03.2019.

[29] Julia Flanders & Fotis Jannidis, Data Modeling in a digital humanities context: An introduction. In: Julia Flanders & Fotis Jannidis (ed), The shape of data in the digital humanities: Modeling texts and text-based resources, London, New York, 2019, p. 3–25, here p. 20.

[30] See Open Research Data Task Force, Case Studies: Annex to the final report of the Open Research Data Task Force, 2018, p. 6. Accessed from: https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/775379/Case-studies-ORDTF-July-2018.pdf, 25.03.2019.

[31] See Marina Lemaire, Vereinbarkeit von Forschungsprozess und Datenmanagement in den Geisteswissenschaften: Forschungsdatenmanagement nüchtern betrachtet. o-bib 5 (2018):4, p. 237–247, here p. 237-238. Accessed from: https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H4S237-247, 25.03.2019.

[32] See Open Research Data Task Force, Realising the potential: Final Report of the Open Research Data Task Force. N.P., 2018, p. 23. Accessed from https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/775006/Realising-the-potential-ORDTF-July-2018.pdf, 22.03.2019.

[33] The DORA declaration recommends to give credit for more than only articles, for example also for data sets and software, see: https://sfdora.org/read/, accessed 25.03.2019.

[34] Original: “In der interdisziplinären Bündelung geisteswissenschaftlicher Datenrepositorien und der Entwicklung adäquater Forschungswerkzeuge und -dienste für verknüpfte Daten liegt eine große Chance für die geisteswissenschaftliche Forschung.“ Torsten Schrade, Im Datenozean, in: F.A.Z., 2.12. 2018, Accessed from: https://www.faz.net/-in2-9h3jj, 25.03.2019.

[35] During the last years increasingly attention is being paid to Digital Humanities pedagogy and the development of specific Digital Humanities curricula. For Digital Humanities pedagogy see for example David B. Hirsch (ed.), Digital Humanities Pedagogy: Practices, Principles and Politics, 2012. Accessed from: http://www.openbookpublishers.com/reader/161, 25.03.2019, or Matthew K. Gold,  Debates in the Digital Humanities. Minneapolis, 2012, Section V. Accessed from: http://dhdebates.gc.cuny.edu/debates/1. For curricula see for example Patrick Sahle, DH studieren! Auf dem Weg zu einem Kern- und Referenzcurriculum der Digital Humanities. Göttingen: GOEDOC, Dokumenten- und Publikationsserver der Georg-August-Universität, 2013. Accessed from http://webdoc.sub.gwdg.de/pub/mon/dariah-de/dwp-2013-1.pdf, or IANUS, Statement zu minimalen IT-Kenntnissen für Studierende der Altertumswissenschaften, 2017. Accessed from https://www.ianus-fdz.de/projects/ausbildung_qualifizierung/wiki/Empfehlungen_zu_minimalen_IT-Kenntnissen, 25.03.2019. The need to not only being able to use tools and modeling systems, but to be able “to intervene in this ecology by designing more expressive modeling systems, more effective tools, and a compelling pedagogy through which colleagues and new scholars can gain an expert purchase on these questions as well” has been underlined recently by Julia Flanders & Fotis Jannidis, Data Modeling in a digital humanities context: An introduction. In: Julia Flanders & Fotis Jannidis (ed), The shape of data in the digital humanities: Modeling texts and text-based resources, London, New York, 2019, p. 3–25, here p. 20. See also ibid. p. 23. Data literacy, including data modelling literacy is indispensable to exercise control “over our data during its entire life cycle”, ibid. p. 12.

[36] The term datafication seems to have been coined in the publication by Kenneth Neil Cukier & Viktor Mayer-Schoenberger, The Rise of Big Data: How It’s Changing the Way We Think About the World. Foreign Affairs (2013). Accessed from https://www.foreignaffairs.com/articles/2013-04-03/rise-big-data, 25.03.2019.

[37] For this aspect see Julia Flanders & Fotis Jannidis, Data Modeling in a digital humanities context: An introduction. In: Julia Flanders & Fotis Jannidis (ed), The shape of data in the digital humanities: Modeling texts and text-based resources, London, New York, 2019, p. 3–25, esp. p. 13-15, quotes p. 14 and p. 15.

[38] “Die zunehmende Digitalität in den Geisteswissenschaften macht dabei den Aufbau einer Data Literacy, also einer grundlegenden Datenkompetenz von Lernenden, Lehrenden und Forschenden, unerlässlich.” Torsten Schrade, Im Datenozean, in: F.A.Z., 2.12. 2018, Accessed from: https://www.faz.net/-in2-9h3jj, 25.03.2019.

[39] See Jonathan Gray, Carolin Gerlitz & Liliana Bonegru, Data infrastructure literacy. Big Data & Society (2018), p. 1–13. Accessed from: https://doi.org/10.1177/2053951718786316, 25.03.2019.

[40] Translated from: AG Forschungsdaten der Schwerpunktinitiative “Digitale Information” der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, Forschungsdatenmanagement: Eine Handreichung, 2018, p. 4. Accessed from: http://doi.org/10.2312/allianzoa.029, 25.03.2019

[41] Sometimes the term data curation seems to be used (wrongly) as a synonym.

[42] See Marina Lemaire, Vereinbarkeit von Forschungsprozess und Datenmanagement in den Geisteswissenschaften: Forschungsdatenmanagement nüchtern betrachtet. o-bib 5 (2018):4, p. 237–247, here p. 238. Accessed from: https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H4S237-247, 25.03.2019.

[43] See Andreas Witt et al., Forschungsdatenmanagement in den Geisteswissenschaften an der Universität zu Köln, in: o-bib 5 (2018): 3, p. 104–117, here p. 106. Accessed from https://doi.org/10.5282/o-bib/2018h3s104-117, 25.03.2019.

[44] See Marina Lemaire, Vereinbarkeit von Forschungsprozess und Datenmanagement in den Geisteswissenschaften: Forschungsdatenmanagement nüchtern betrachtet. o-bib 5 (2018):4, p. 237–247, here p. 244-245. Accessed from: https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H4S237-247, 25.03.2019. See also: “The point here is not that these costs are prohibitive or unjustified, but rather that good strategic planning involves balancing the costs and benefits, and focusing the effort in areas that offer a clear advantage.” Julia Flanders & Fotis Jannidis, Data Modeling in a digital humanities context: An introduction. In: Julia Flanders & Fotis Jannidis (ed), The shape of data in the digital humanities: Modeling texts and text-based resources, London, New York, 2019, p. 3–25, p. 8.

[45] See Marina Lemaire, Vereinbarkeit von Forschungsprozess und Datenmanagement in den Geisteswissenschaften: Forschungsdatenmanagement nüchtern betrachtet. o-bib 5 (2018):4, p. 237–247, here p. 245 (accessed from: https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H4S237-247, 25.03.2019), who describes that the biggest difference of the digitized research process in the humanities is that researchers need to plan the research process more detailed at an earlier stage, describing their methods more explicit in order to come to machine readable data (processes).

[46] See Marina Lemaire, Vereinbarkeit von Forschungsprozess und Datenmanagement in den Geisteswissenschaften: Forschungsdatenmanagement nüchtern betrachtet. o-bib 5 (2018):4, p. 237–247, here p. 245-246, accessed from: https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H4S237-247, 25.03.2019.

[47] See for example Andreas Witt et al., Forschungsdatenmanagement in den Geisteswissenschaften an der Universität zu Köln, in: o-bib 5 (2018): 3, p. 104–117, here p. 113. Accessed from https://doi.org/10.5282/o-bib/2018h3s104-117, 25.03.2019. The authors describe that Research Data Management is already established in the curriculum of the humanities faculty of Cologne University.

[48] “There is a need for new guidance and exemplars to ensure that data meets appropriate quality standards; for tools to standardise and automate data management, documentation and curation processes; and for an increased focus on improving research software, and on recruiting and retaining software engineers.” Open Research Data Task Force, Realising the potential: Final Report of the Open Research Data Task Force. N.P., 2018, p. 8. Accessed from https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/775006/Realising-the-potential-ORDTF-July-2018.pdf, 22.03.2019.

[49] About RDMO see esp. the detailed article Heike Neuroth et al., Aktives Forschungsdatenmanagement. ABI Technik, 38(2018):1, p. 55–64. Accessed from https://doi.org/10.1515/abitech-2018-0008, 25.03.2019. See also the RDMO project website: https://rdmorganiser.github.io/, accessed 25.03.2019.

[50] There are several tools available for helping creating a Research Data Management Plan (DMP), but not with a focus on active data management.

[51] My home organisation, the University of Applied Sciences Potsdam (FHP), is currently developing together with the project partners AIP (Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam) and KIT (Karlsruhe Institute of Technology) funded by the Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) such a tool, the Research Data Management Organiser (RDMO).

[52] Research Data Management should not be a sole task for researchers, but they definitely have to be on board.

[53] “As data creators, academics have a different, more knowing relationship to their data: they create data that is going to be a persistent part of the research environment, and they act as both its creators, managers, and consumers. The stakes of the modeling decisions for research data are thus much higher, and to the extent that these decisions are mediated through tools, there is  significant value—even a burden of responsibility—in understanding that mediation. And within the academy, the stakes for digital humanists are highest of all, since their research concerns not only the knowing and critical use of data models, media, and tools, but also their critical creation.” Julia Flanders & Fotis Jannidis, Data Modeling in a digital humanities context: An introduction. In: Julia Flanders & Fotis Jannidis (ed), The shape of data in the digital humanities: Modeling texts and text-based resources, London, New York, 2019, p. 3–25, here p. 11-12.

[54] For the recommendation of local contact persons see for example, Andreas Witt et al., Forschungsdatenmanagement in den Geisteswissenschaften an der Universität zu Köln, in: o-bib 5 (2018): 3, p. 104–117, esp. p. 106, 115.

[55] See Paul Ayris et al., LIBER Open Science Roadmap, 2018, p. 18-19. Accessed from:  http://doi.org/10.5281/zenodo.1303002, 25.03.2019.

[56] This point especially relates to the creation of corpora that are digitized and made accessible in meaningful ways for research purposes, e.g. HathiTrust Digital Library (https://www.hathitrust.org/) or the Deutsche Textarchiv (DTA) (http://www.deutschestextarchiv.de/). See for example the recommendations in Lisa Klaffki, Stefan Schmunk, Thomas Stäcker, Stand der Kulturgutdigitalisierung in Deutschland: Eine Analyse und Handlungsvorschläge des DARIAH–DE Stakeholdergremiums „Wissenschaftliche Sammlungen“, Göttingen: GOEDOC, Dokumenten- und Publikationsserver der Georg-August-Universität, 2018 (DARIAH-De Working Papers, 26), Accessed from: http://webdoc.sub.gwdg.de/pub/mon/dariah-de/dwp-2018-26.pdf, 04.04.2019.

[57] See Marina Lemaire, Vereinbarkeit von Forschungsprozess und Datenmanagement in den Geisteswissenschaften: Forschungsdatenmanagement nüchtern betrachtet. o-bib 5 (2018):4, p. 237–247, here p. 245-246, Julia Flanders & Fotis Jannidis, Data Modeling in a digital humanities context: An introduction. In: Julia Flanders & Fotis Jannidis (ed), The shape of data in the digital humanities: Modeling texts and text-based resources, London, New York, 2019, p. 3–25, here p. 3, Torsten Schrade, Im Datenozean, in: F.A.Z., 2.12. 2018, Accessed from: https://www.faz.net/-in2-9h3jj, 25.03.2019.

[58] See for example Julia Flanders & Fotis Jannidis, Data Modeling in a digital humanities context: An introduction. In: Julia Flanders & Fotis Jannidis (ed), The shape of data in the digital humanities: Modeling texts and text-based resources, London, New York, 2019, p. 3–25, here p. 5.

The text of this blog post is published under the license CC-BY 4.0.

Cite as: Ulrike Wuttke, “Here be dragons”: Open Access to Research Data in the Humanities, Blogpost, 09.04.2019, CC-BY 4.0. Link: https://ulrikewuttke.wordpress.com/2019/04/09/open-data-humanities/.

Future Proof and #FAIR #Researchdatamanagement in the Humanities

Report from Hands-on Session: Future Proof and FAIR Research Data: Open Data Management Best Practices & First Steps

At 21st of January 2019 FOSTER+ and DARIAH EU organized the workshop “How to make the most of your publications in the humanities? Discover evolving trends in open access” at the Grimm-Zentrum Berlin.

 

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You can imagine that I was extremely thrilled to lead a hands-on session about Research Data Management with a focus on Open practices in the afternoon for an international group of humanities researchers! Not only would this session provide me an opportunity to introduce the participants to basics of Open Data Management and discuss challenges and opportunities, it also allowed me to participate in the whole workshop with an excellent line-up of international experts and projects dedicated to Open Humanities. Just have a look at the programme to discover the topics discussed on this very informative day organized superbly by Erszébet Tóth-Cifra and Helene Brinken.

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For me a personal highlight was the presentation from Pierre Mournier (OPERAS) about Open Scholarly Monographs, a topic that is sometimes treated in the Open Access discourse a bit like a wallflower because loads of attention recently is placed on articles. However, monographs have played and with Pierre I dare to prophesise, will continue to play a huge role in the scientific publication process of the humanities. Therefore, equally attention has to be paid to Open Access to monographs (e.g. distribution and discovery infrastructures, funding models, reward systems).

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Another highlight, very close to the topic of my hands-on session, was the presentation by Walter Scholger and Vanessa Hannenschläger from the ACDH about Copyright Issues and Open Licensing. They argued convincingly that CCO is actually not a very useful to use to release your materials at it leaves a lot of insecurities (its a mark, not a licence) and encouraged CC-BY instead, even though it may seem rather difficult for resources that have been collaboratively produced. There was not enough time to discuss this in full detail, and I would love to see more detailed information about this and also examples from practice. All slides from the presentations of the workshop are linked from the programme. You can also try #humanitiesOA on Twitter.

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My hands-on session started really very hands-on, as we first had to divide the room into two parts (in the other half was a parallel session about Self-Archiving). To get to know the background of the participants and to restart blood circulation after an already long workshop day, I asked the participants to stand up and to only sit down if the answer to my question was “no”. I asked them if 1) they had an ORCID, 2) they had ever published something Open Access besides articles or books, and 3) they had already written a data management plan. I overheard some mumbling remark to the last question, but what if it s*!&%cked? This really made me laugh, as this seems to be quite a common experience. It was also a very high motivation for me for the following 1 ½ hours!

While often when we talk about humanities data, the first thing that comes up are texts, which probably also one of the main humanities data types, I was surprised by the diversity the participants named during one of the hands-on discussion parts: social media and social network data, interview data (qualitative interview recordings and transcripts), bibliometric data, pictures, non-digital archival sources, geodata such as GIS, tabular data (Excel, CVS), algorithms and code, manuscript scans, Omeka collections. Seems, humanities researchers have a lot of data, and a very diverse range, too!

Without going into detail as you can download the full slide set of the session from Zenodo: https://doi.org/10.5281/zenodo.2546783, I would like to emphasise a few points we discussed during the session:

  • Thinking about Data Management from the beginning of your project, e.g. how to make your data FAIR, how to document your data and which metadata are needed, etc. can save you a lot of work afterwards, as it will make you think about standards (e.g. Standardization Survival Kit) to ensure interoperability and prevent you from losing track (or even data), or do you remember what exactly you did with your data a few months after?
  • Sharing Data ideally is a win-win: You can use data of others and others can use your data
  • Always give credit to what you use and make it easy for others to credit you (use an Open Access repository, CC licenses, etc.)
  • Think of Data Management as part of Good Scientific Practice, not as a nuisance (and from organizational point of view: allocate resources and infrastructure for support, this task should not be on the shoulders of researchers alone)

For me crucial parts of introducing researchers to data management are explaining the benefits and then introducing them gently to the basics, pointing at support structures and providing them with information about further learning and information resources. I often see that once they have dipped their toes into this topic, realizing the benefits, they are often highly motivated for further exploration and for using their new skills in practice. But first, you to get them into a data management session!

Resources:

  • In the spirit of Open Educational Resources (OER), the slides of my presentation including the practical parts are published on Zenodo, feel free to reuse and share. I have gratefully reused brilliant material from the Open Science / OER Community, and would like to encourage everyone to do the same.
  • While you are here: Get started now and check out the PARTHENOS Training Module Manage, Improve and Open Up Your Research and Data! You can also try out a research data management planning tool, such as RDMO, that guides you through the essential parts of a data management plan.

What do you think? Leave a comment below or discuss with me on Twitter or Facebook!

The text of this blog post is published under the license CC-BY 4.0.

Cite as: Ulrike Wuttke, Future Proof and #FAIR #Researchdatamanagement in the Humanities, Blogpost, 04.02.2019, CC-BY 4.0.

Let’s talk about #OpenScience (with a medieval touch)

Workshop Report: How To Make Your Medieval Research More Visible With Open Scholarship Methods and Tools

As a medievalist it was an extreme honour and pleasure for me to be invited to the Annual Meeting of CARMEN (The Worldwide Medieval Network) at Tampere University, organised by Trivium, the Tampere Centre for Classical, Medieval and Early Modern Studies to give an Open Science Workshop.

The Open Science workshop suited very well in the Carmen Annual Meeting’s general theme “Passages: Beyond the Boundaries of Medieval Studies” as Open Science is all about opening up research beyond boundaries.

The Carmen workshop offered to me an excellent possibility to talk directly with researchers of all stages about Open Scholarship and to show how it can be implemented fruitfully in medieval research practices. This is in my opinion extremely important because the Open Science movement will thrive only if it is embraced bottom up by the researchers.

The focus of the workshop was on academic publishing and changes in scholarly communication. First, we talked about Open Access to scientific publications (Open Access Journals and Open Access Monographs) and Open Data & Research Data Management, topics that are gaining fast momentum for all researchers because they are increasingly supported by institutions and becoming a default requirement of research funders. Then we switched to another open science method, the communication of scientific results via social networks, blogs, videos, podcasts etc. While there are some who think that these channels are a waste of time, used strategically, they can positively impact research dissemination, and enhance the number of citations. Last but not least, they are vital channels to prove the relevance of medieval studies against the backdrop of dwindling research budgets.

Medievalists have great stories to tell and public interest is almost assured if the research is “translated” to various channels. While there is still need and space for the monograph, the edited volume, and articles, the potential of other channels to engage a broader audience for societal research impact is high and out there to be explored. During the Carmen meeting there were many exciting examples of medieval research projects engagement with the broader public, for example those presented by the Trivium researcher Jenni Kuuliala about Dis/ability History. EU citizens demand more understanding of the society they live in and the Humanities & Social Sciences can proactively contribute to fulfill this demand when they stop telling the Cinderella Story and change the story as Gabi Lombardo from the EASSH had reminded us earlier during the CARMEN meeting, they only need to seize the day. In my opinion, practicing Open Science is one facet of exactly doing this.

After having explored Open Science in theory, it was time for action. First, the participants discussed in groups which Open Scholarship method they would like to try out next. I “overheard” some discussing start using Twitter, publishing a bibliography on a specific aspect of saints, musing about making a video about their projects, or engage in Open Peer Review. Naturally, I am very curious to hear about any follow up developments!

The last part of the workshop was dedicated to a plenary discussion about doubts and needs and how to overcome them. For this discussion, James L. Smith from Trinity College Dublin and advocacy coordinator for @openlibhums had joined me.

I could almost not keep up taking notes from the vivid discussion. The main points came down for me into these categories:

  • Awareness Raising:
    – Authors need to be aware that there are alternatives to Closed Access (Gold Open Access as in immediate Open Access, Green Open Access as in publication of preprints, postprints, authorized version, maybe after embargo period) for articles and monographs
  • Education:
    – Authors need to know their rights when engaging with publishers (Green Open Access, Sparc addendum, etc.)
    – OA seems to add an extra challenge to teaching students which sources are reliable (Peer Reviewed = good quality), if the digitally published material is more diverse (and not always peer reviewed), one has to teach digital literacy skills & (digital) source criticism, which one may in fact consider as one major skill of a good historian anyway
  • Need for a Paradigm Change within the Scholarly Community:
    – We need to be more aware and critically discuss where the prestige comes from. The name of the journal or the name of the publisher? Maybe open peer review could offer a solution here? Should researchers still support closed journals, series?
    – Often OA publications have by default a low reputation and are perceived as less valuable scholarship although they are often also prone to strict peer review (which is often not recognised) also digital publishing in general has less prestige
    -many prestigious publishers to not do OA (or at very high cost)
    – It would be unfair to put ECR at risk for their career to oblige them to do so, even though there is a “Kamikaze Open Access School”, but…the established researchers should promote OA wherever they can (“Senior scholars should pave the way”)
  • Policy Making
    – Choosing Open Access or Open Scholarly Methods does often not count for tenure
  • Practical Solutions
    – OA for books is important for the humanities, we need good hybrid publication models (e.g. OA published by the library/publisher, book printed on demand)
    – at the moment journals often bring in the revenue for scholarly societies, to make them Open Access poses a problem for the sustainability of the society
    -Article Processing Charges are often very high (besides this being a problem of the commercialised system) even low APCs can cause a problem (support scholars to pay APCs)
    -Open Peer Review could change the way we do research and evaluate research, but how to organize it practically

What I learned from this workshop (and from the excellent FOSTER Open Science Trainer Bootcamp), setting the goals and the scene for the workshop participants is very important, creating a space for discussion and leaving enough time for it really gets the participants going!

What I also learned from this workshop: Let’s talk about Open Science more with the researchers and let’s talk about practical steps more, because also Rome was not build in one day!

Resources

  • In the spirit of Open Educational Resources (OER), the slides of my presentation including the practical parts are published online as PPTX on Zenodo, feel free to reuse and share. I have gratefully reused brilliant material from the Open Science/ OER Community, and would like to encourage everyone to do the same.
  • While you are here: Get started now and check out the PARTHENOS Training Module Manage, Improve and Open Up Your Research and Data!

What do you think? What is Open Science for the Humanities and how can we foster it? Leave a comment below or discuss with me on Twitter or Facebook!  

Was bedeutet Offene Wissenschaft (#openscience) für Sie?

Offene Wissenschaft – Open Science – Open Scholarship sind aus dem gegenwärtigem wissenschaftlichen Metadiskurs nicht mehr wegzudenken. Spätestens seit der Bekanntmachung von Open Science als einer der Hauptsäulen des nächsten EU Forschungsförderprogramm Horizon Europe, ist es deutlich, welche Rolle Open Science seitens der Wissenschaftspolitik beigemessen wird. Gleichzeitig erfordert der Schritt zu Open Science eine grundlegende Transformation des Wissenschaftsprozesses und des Diskurses über Wissenschaft und ist es nicht zu verleugnen, dass zwischen Ideal und Wirklichkeit eine Kluft besteht, die je nach Disziplin und Land unterschiedlich groß ist.

Open Science fängt bei jeder/m einzelnen Wissenschaftler*in an. Nur wenn offene wissenschaftliche Praktiken aus der Community heraus getragen werden, haben sie eine Chance, ein intrinsischer Bestandteil des Forschungsalltags und des Wissenschaftssystems zu werden. Daher ist es einerseits wichtig, Open Science und seine Bedeutung zu thematisieren sowie welche praktischen Möglichkeiten zur Öffnung wissenschaftlicher Praktiken bestehen, andererseits ist es notwendig, den Dialog darüber zu suchen, welche Potentiale und Risiken aus Sicht der Forschenden bestehen.

Wissenschaftliche Revolutionen brauchen ihre Zeit. Auch wenn heute keiner mehr befürchten muss, vor der Inquisition oder dem Scheiterhaufen zu landen, wie Galileo Galilei oder Giordano Bruno, fragen sich viele Nachwuchswissenschaftler*innen, welche Auswirkungen es auf ihre Karriere hat, wenn sie Open Science in einem System praktizieren, das stark von alten Paradigmen geprägt ist und wenige Incentives für offene Wissenschaft zu bieten scheint. Eine besonders wichtige Zielgruppe für Open Science Trainings und Gesprächsrunden sind daher Nachwuchswissenschaftler*innen, da diese sich unmittelbar im Spannungsfeld zwischen althergebrachten Methoden und Praktiken und den neuen Anforderungen und Idealen befinden.

Deshalb habe ich mich sehr darüber gefreut, im Rahmen der Serie „Uni Potsdam Career Talks“ der Uni Potsdam Graduate School am 19.07.2018 einen Impulsvortrag zum Thema der Universität Potsdam zu geben und danach in einer Paneldiskussion zusammen mit Niklas Hartman von der Universitätsbibliothek Potsdam (Fachreferent für Naturwissenschaften und Koordinator Forschungsdaten) Caroline Fischer (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Public und Nonprofit Management) und dem Publikum Rede und Antwort zu stehen.

Der Titel des Impulsvortrags „Was bedeutet Offene Wissenschaft für Sie?“, war bewusst zweideutig gewählt, denn für jeden ist Open Science ein wenig anders, und zum anderen kann Open Science tatsächlich etwas für die Karriere von Wissenschaftler*innen bedeuten, und zwar etwas positives. So kann die bessere Dokumentation des Forschungsprozess dazu führen, ein/e besserer Wissenschaftler*in zu werden, schützt eine höhere Kompetenz bezüglich Forschungsdatenmanagement vor Datenverlust und führen Open Access-Publikationen dazu, dass die Forschung besser sichtbar ist und unmittelbar rezipiert und nachgenutzt werden kann.

Folien des Impulsvortrags (Was ist Open Science, Warum ist dieses Thema wichtig? Herausforderungen und Barrieren, Best Practice-Beispiele zur offenen Gestaltung der eigenen Forschungspraxis und vielen weiterführenden Links):

Die Podiumsdiskussion drehte sich hauptsächlich um praktische Fragen, wie zum Beispiel zum Urheberrecht, sowie die Steine, die das akademische Bewertungssystem dem Praktizieren von Offener Wissenschaft in den Weg legt. Nehmen wir zum Beispiel Open Access-Publizieren. Da in vielen Disziplinen noch immer die Macht des Impact Factors ungebrochen ist und nur wenige Open Access-Zeitschriften mit einem hohen Impact Factor existieren bzw. die Article Processing Charges der inzwischen Open Access als lukrative zusätzliche Einnahmequelle für sich vereinbarenden kommerziellen Big Player astronomisch sind (auch wenn es viele kostenlose bzw. günstige Open Access-Zeitschriften gibt, kann hier eine Lösung sein, zusätzliche legale Wege der Zweitveröffentlichung als Green Open Access in Anspruch zu nehmen und hierfür konkret mit den jeweiligen Herausgebern zu verhandeln. Oft ist mehr möglich als man zunächst denkt.

Für konkrete Fragen zu Open Access und Open Science stehen für Wissenschaftler*innen oftmals Ansprechpartner*innen an den Institutionen bzw. Universitätsbibliotheken zur Verfügung (zum Beispiel Mitarbeiter*innen von Universitätsverlagen, Fach- und Forschungsdatenreferenten sowie Spezialist*innen für Elektronisches Publizieren). Die Podiumsdiskussion zeigte jedoch auch, dass zur höheren Umsetzung von Open Access und der weiterführenden Öffnung wissenschaftlicher Prozesse im Sinne von Open Science nicht nur geeignete Methoden und Services gehören, sondern dass auch das akademische Bewertungssystem reformiert werden muss, um Anreize für eine Kultur des Teilens und der Zusammenarbeit zu bieten. Dazu gehört unter anderem, dass zum Beispiel Datenpublikationen mit dem dazugehörigen Mehraufwand für Dokumentation etc. oder die bewusste Wahl für Open Access-Publikationskanäle in Einstellungs- und Berufungsverfahren honoriert werden. Nur so werden wir erreichen, dass zukünftig Wissenschaft Offen (by default) sein wird und wir dann wieder nur noch über Wissenschaft sprechen werden.

Was denken Sie? Was sind Ihre Erfahrungen, Hinweise, Best Practice Beispiele? Ich freue mich über einen Austausch, z.B. über das Kommentarfeld unten!

 

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Source Picture: https://zenodo.org/record/1285575#.W09yZH59jOR (Melanie Imming, John Tennant, CC0)